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COMENIUS REGIO-ProjektVon der Bindung zur Bildung
Seit Sommer 2009 findet ein neues europäisches Bildungsprojekt in der Zusammenarbeit mit der Stadt Vechta als antragstellende Behörde und der Alexanderschule sowie Jugend und Beruf e.V. als Jugendhilfeeinrichtung statt. Bei der im Bereich des lebenslangen Lernens angesiedelten Projektform handelt es sich um ein COMENIUS REGIO-Projekt, das den Titel trägt: „Von der Bindung zur Bildung“ – Entwicklung eines Präventionsmodells Ziele des COMENIUS REGIO-Projekts (www.kmk-pad.org) Die Ziele und Hauptmerkmale dieser neuen seit 2009 bestehenden Projektform liegen darin, die europäische Zusammenarbeit im schulischen Bereich auf der Ebene von Regionen und Gemeinden zu fördern. Dabei gehen regionale Netzwerke Partnerschaften mit entsprechenden Einrichtungen in anderen europäischen Regionen ein. Die Partnerschaft bezieht sich auf Themen von gemeinsamem Interesse und den Austausch von Erfahrungen und zielt ab auf die Entwicklung nachhaltiger Strukturen der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Regionen. Die Förderdauer beträgt zwei Jahre. In diesem Zeitraum werden sämtliche Projektaktivitäten durch die bewilligten finanziellen Mittel bestritten, so dass keine weiteren finanziellen Verpflichtungen für die einzelnen Partner anfallen. Umsetzung Die Projektform COMENIUS REGIO, die im Programm für lebenslanges Lernen im Schulbereich angesiedelt ist, sieht in der konkreten Umsetzung wie folgt aus: Die regionalen Einrichtungen (Deutschland: Stadtverwaltung Vechta, Alexanderschule Vechta, Jugendhilfeeinrichtung „Jugend und Beruf e.V.“; Frankreich: Stadtverwaltung Lyon, Schulgruppen: Cavenne Pasteur Gilbert Dru, soziale Einrichtung „Arche de Noé“), werden durch eine starke Vernetzung gemeinsam ein Präventionskonzept entwickeln, das nach der Beendigung des Projekts als einheitliches Präventionsmodell für alle Grundschulen im Einzugsbereich der einzelnen Schulträger eingeführt werden kann. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung eines Modells zur Befähigung aller Schülerinnen und Schüler zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung, zum Aufbau einer persönlichen und sozialen Identität mit dem Ziel, besonders benachteiligten Kindern durch die Schaffung von Bindungen eine Chancengleichheit in der Bildung zu ermöglichen. Durch die Zusammenarbeit der einzelnen Partnereinrichtungen wird ein Portfolio entwickelt, der es den Kindern ermöglicht, u. a. ihre sozialen Kompetenzen zu dokumentieren. Fortbildungen und Auseinandersetzungen besonders zu den Themen „Bindung“ und „Präventionsmodelle und Präventionsmaterialien“ sollen theoretisch, wissenschaftlich und praxisorientiert für die in den Einrichtungen tätigen Pädagogen und Erzieherinnen und Erzieher, aber darüber hinaus auch für die Eltern angeboten werden. Die Inhalte der Fortbildungen werden dokumentiert und zu einem Reader zusammengestellt, um als Informationsbasis für andere Einrichtungen zur Verfügung zu stehen. Die Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen Partnereinrichtungen besteht während der Projektdurchführung darin, sich entsprechend der Schwerpunkte und der zur Verfügung stehenden Kompetenzen in das Projekt einzubringen: Der Verein „Jugend und Beruf e.V“ sieht die Schwerpunkte der Arbeit darin, in enger Kooperation mit der Alexanderschule auf der Basis der Kompetenzen und Erfahrungen aus diesem außerschulischen Bereich ein Modell zu entwickeln, das besonders benachteiligten Kindern (z. B. Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern) Chancengleichheit in der Bildung ermöglicht. Die Aufgabe der Alexanderschule besteht u. a. darin, geeignete Präventionsmaterialien (Gewaltprävention, Gesundheitsprävention, Sexualprävention, Stärkung von Sozialkompetenzen) zu sichten, diese kennen zu lernen, auszuprobieren und zu bewerten, um dann auf der Grundlage der gemachten Erfahrungen ein Präventionskonzept für die Schule zu entwickeln. Die Aufgabe der Stadt Vechta als Schulträger besteht darin, die gemachten Erfahrungen mit den Projektpartnern zu kommunizieren, damit ein einheitliches Konzept für alle Grundschulen der Stadt Vechta entwickelt werden kann. Hierbei sollen besonders die der Grundschule nahe liegenden systemischen Ebenen, wie Kindergarten und weiterführende Schulen, in der Modellentwicklung berücksichtigt werden. In enger Zusammenarbeit mit der Alexanderschule soll ein ganzheitliches Präventionskonzept erarbeitet und entwickelt werden. Außerdem sollen Konzepte der Elternstärkung bzw. Elternfortbildungen ausgearbeitet werden. Im Weiteren werden Strukturen erarbeitet, für eine sinnvolle Nachmittagsgestaltung. Der kontinuierliche Austausch mit den Systemen in der Partnerregion über gemachte Erfahrungen und unterschiedliche Modellansätze auf einer Internetplattform soll zu einem möglichst breit angelegten Konzept führen, das in seiner Umsetzung über den Schulvormittag hinaus eingesetzt werden kann. Fortbildungen und Auseinandersetzungen besonders zu dem Thema Bindung werden theoretisch, wissenschaftlich und praxisorientiert angeboten; entsprechende Referenten stehen hier zur Verfügung. Durch die Vermittlung von Informationen und das Erproben von Gestaltungsvorschlägen für Förder- und Entwicklungsaufgaben soll versucht werden, die Frage nach Unterstützungsmöglichkeiten zur Förderung der Kompetenzentwicklung bei Kindern zu beantworten. Im November 2009 waren Vertreter der Partnereinrichtungen aus Lyon zu einem ersten Projekttreffen zu Gast in Vechta, um die deutschen Projektpartner kennen zu lernen, aber auch um hier gemeinsam Detailplanungen für das Gesamtprojekt abzustimmen und Terminabsprachen zu treffen. Die folgenden Fotos erinnern an den Besuch aus Lyon und geben einen Einblick in die ersten Schritte zum Start des Projektes:
Frau Neumann erläuterte die Konzeption des Hauses mit ihren vielfältigen Einrichtungen und Angeboten anhand einer Fotowand.
Neben diesen stationären Angeboten erweitert sich das Konzept durch ambulante Maßnahmen, wie z. B.:
Beim Frühstück und dem anschließenden Rundgang durch die Alexanderschule erhielten die französischen Besucher viele Informationen über das Grundschulsystem in Deutschland und der unterrichtlichen Arbeit in den Klassen.
In einer Arbeitssitzung stellten die Partnereinrichtungen noch einmal ausführlich ihre Arbeitsfelder vor und diskutierten insbesondere Fragen zum thematischen Schwerpunkt des Projektes: Wie gelingt es den Schulen in Kooperation mit den sozialen Einrichtungen und dem Schulträger Kinder aus sozial schwachen Familien aufzufangen und ihnen wirkungsvolle Betreungs- und Förderangebote zu machen? Die Teilnehmer der französischen Schulen stellten ihre intensive und effektive Zusammenarbeit mit der „Arche de Noè“ vor und lobten die umfangreiche finanzielle Unterstützung durch die Stadtverwaltung in Lyon. Die Alexanderschule erläuterte ihre Konzeption zur Unterstützung lernschwacher Kinder und betonte die große Bedeutung der Unterstützung der Schulen durch soziale Einrichtungen. Durch ihre Hilfsangebote könnten vielen Kindern aus problematischen Familienverhältnissen geholfen werden.
Die Teilnehmer versammeln sich unter der Comenius-Regio-Tafel am Schulgebäude der Alexanderschule. Schulleiter Franz-Josef Meyer und die Koordinatorin für das Comenius-Regio-Projekt Konrektorin Juliane Berding (links im Bild) weisen auf die zweijährige Projektarbeit von 2009 – 2011 hin.
Der Bürgermeister der Stadt Vechta, Uwe Bartels (links im Bild) empfing die Projektteilnehmer zu einem Informations- und Meinungsaustausch über die Partnereinrichtungen und ließ sich von den Gästen die Inhalte des Comenius-Regio-Projektes erläutern. Mit dabei auf dem Gruppenfoto ist der verantwortliche Leiter des Schulamtes der Stadt Vechta für das Comenius-Projekt Manfred Jürgens (links im Bild). Das zweite Treffen erfolgte im April 2010 in Lyon. Die deutschen Teilnehmer des Projektes (der Schuldirektor Franz-Joseph Meyer sowie die Konrektorin Juliane Berding der Alexanderschule, die Leiterin Waltraud Neumann sowie die Mitarbeiterin Ramona Wedler von Jugend und Beruf e.V. und der Leiter des Schulamtes der Stadt Vechta Manfred Jürgens) wurden dazu am ersten Tag im Rathaus von Lyon empfangen. Es folgten mehrere Arbeitstreffen in der „Arche de Noé“, um sich über die bisher gemachten Erfahrungen in den Praxisbereichen und über die absolvierten Fortbildungen auszutauschen sowie die weiteren Projektziele zu erarbeiten. Ebenso erhielten die deutschen Projektteilnehmer die Möglichkeit, einen umfangreichen Einblick in das französische Schulsystem, deren Tagesabläufe sowie in die Aufgaben der sozialen Einrichtungen vor Ort zu bekommen. Arbeitstreffen in der „Arche de Noé“ (li.); die französischen Projektteilnehmer (re.) alle Projektteilnehmer, links mit dem Vechtaer Wappen in der „Arche de Noé“ (soziale Einrichtung) und rechts inkl. der Mitarbeiter der Stadt Lyon im „Hotel de Ville“ Lyon
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